Die Umsiedlung der Ortschaft Pier nach Langerwehe

Die Umsiedlung der Ortschaft Pier nach Langerwehe

(Stand: April 2008)

 

Östlich der Ortschaft Jüngersdorf entsteht zurzeit auf einer Gesamtfläche von 27,5 ha der Umsiedlungsstandort für die vom fortschreitenden Braunkohlentagebau Inden II betroffenen Bürgerinnen und Bürger aus der Ortschaft Pier der Gemeinde Inden.

 

Der Standort enthält neben ca. 260 Grundstücken für private Bauvorhaben auch Flächenreserven für einen Kindergarten, ein Bürgerhaus mit Räumlichkeiten für die ansässigen Vereine, Flächen zur Anlegung eines Sportplatzes (auf denen zwischenzeitlich ein Bolzplatz hergerichtet worden ist) und eines Schützenstandes sowie eines Friedhofes.

 

Stand der Erschließungsarbeiten und private Hochbauten

 

Nachdem am 26. November 2004 der erste Spatenstich für die Grunderschließung des Umsiedlungsstandortes Pier im Rahmen eines Festaktes gefeiert werden konnte, verliefen die Bauarbeiten überwiegend planmäßig, sodass Mitte Mai 2005 die ersten baureifen Grundstücke im nördlichen Plangebiet zur Verfügung standen.

 

Der Baubeginn des ersten privaten Hochbauvorhabens ließ dann auch nicht mehr lange auf sich warten. Am 23. Juni 2005 konnte Bürgermeister Löfgen die ersten Bauherren im Umsiedlungsstandort Pier begrüßen und ihnen zur Erinnerung an diesen denkwürdigen Tag einen Wappenteller der Gemeinde Langerwehe überreichen.

 

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Die erste Umsiedlerfamilie ist am 01. März 2006 in ihr Anwesen in der Grüntalstraße - nach nur 8-monatiger Bauzeit - eingezogen. Im Rahmen einer kleinen Feierstunde wurde sie von Bürgermeister Löfgen und einem Vertreter der RWE Power AG in der neuen Ortschaft Pier herzlich begrüßt.

 

Zwischenzeitlich hat die neue Ortschaft Pier deutlich Gestalt angenommen. Insgesamt 106 Umsiedlerfamilien haben ihr neues Eigenheim in Langerwehe-Pier bezogen und Ende März 2008 hatte der neue Ort insgesamt bereits 283 Einwohner zu verzeichnen.

 

Im gesamten Plangebiet sind zurzeit noch ca. 23 Vorhaben im Bau. Für weitere 3 liegen die Genehmigungen bzw. Genehmigungsfreistellungen bereits vor.


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Die Erschließung des Umsiedlungsstandortes mit Kanal und Baustraßen ist komplett abgeschlossen und nach den Sommerferien soll mit dem Endausbau des ersten Teilbereiches nördlich der K 27 begonnen werden. In 2009 soll der Endausbau im übrigen Plangebiet entsprechend der Bebauung abschnittsweise fortgeführt werden.

 

Auch die Kreisstraße 27 ist im Zuge der Erschließung des Umsiedlungsstandortes völlig umgebaut worden. So wurde die Fahrbahn hinter der Ortslage Jüngersdorf stark verschwenkt, eine zentrale Platzanlage in der künftigen Dorfmitte angelegt sowie der Kreisverkehr am östlichen Ortseingang hergerichtet.

Auch zwei Bushaltestellen einschließlich Buswartehallen wurden zwischenzeitlich in Pier eingerichtet. Damit ist die Ortschaft bestens an den öffentlichen Personennahverkehr angeschlossen.

 

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Die seit dem Frühjahr 2007 fertiggestellten umfangreichen Grünverbindungen zwischen den Ortschaften Jüngersdorf und Pier sowie innerhalb der Ortschaft Pier tragen dazu bei, dass sich die Pierer in ihrer neuen Heimat sehr wohl fühlen.

 

Grünanlage in Pier

Kinderspielplatz

 

Auf Anregung zahlreicher Eltern aus dem Bereich der Straßen Zum Goldesacker und Pierer Straße, auch im süd-östlichen Plangebiet eine geschützte Spielmöglichkeit für Kinder vorzusehen, wurde am 04.04.2008 mit dem Bau eines Spielplatzes im Bereich der zentralen Grünverbindung an der Pierer Straße begonnen. Auf einer Fläche von ca. 700 qm entsteht ein attraktiver Spielplatz für Kinder ab 3 Jahren mit einer Vielzahl an Möglichkeiten zum Klettern, Rutschen, Wippen und Balancieren.

Die Einweihung soll noch vor den Sommerferien erfolgen.

Friedhof

 

Dem Wunsch vieler Umsiedler entsprechend, wurde die Herrichtung des Friedhofes im Umsiedlungsstandort zum frühestmöglichen Zeitpunkt angestrebt. Die Planung des beauftragten Gartenarchitekten sieht auf einer Fläche von ca. 5.000 qm insgesamt 522 Grabstellen, ein Ehrengrabfeld mit Hochkreuz sowie Flächen für eine Aussegnungshalle vor.

Der Bau des Friedhofes ist -unter Berücksichtigung der vorgesehenen Umbettungs-

maßnahmen ab 2008/09- in zwei Teilabschnitten geplant.

Nach Grundsatzbeschluss durch die gemeindlichen Gremien konnte bereits im Juli 2005 die Anlegung des ersten Teilabschnittes des neuen Friedhofes öffentlich ausgeschrieben werden. Am 13. September 2005 schließlich wurde der Auftrag an den günstigsten Anbieter erteilt.

Nach planmäßigem Baubeginn im Oktober 2005 konnten die Bauarbeiten im Januar 2006 abgeschlossen werden, sodass der Friedhof am 02. Februar 2006 unter großer Anteilnahme der Pierer Bevölkerung von den Pfarrern der betroffenen Pfarrgemeinden (Herrn Pfr. Richard Kurth, Kath. Pfarrgemeinde Pier, Herrn Pfr. Rüdiger Hagens, Kath. Pfarrgemeinde Langerwehe und Herrn Pfr. Wolfgang Krosta, ev. Pfarrgemeinde Inden / Langewehe) feierlich eingesegnet werden konnte.

Seither werden auf dem neuen Friedhof in Pier Bestattungen vorgenommen. 

 

Pfarrer Kurth bei der feierlichen Einsegnung des Friedhofes
Pfarrer Kurth bei der feierlichen Einsegnung des Friedhofes

Umsiedlungsstandort für die Ortschaft Pier, Bebauungsplan Nr. E 6, 2. Änderung der Gemeinde Langerwehe

Umsiedlungsstandort für die Ortschaft Pier, Bebauungsplan Nr. E 6, 7. Änderung der Gemeinde Langerwehe (Straße "Am Weiherhof")

Begründung einschließlich Umweltbericht zum Bebauungsplan Nr. E 6 der Gemeinde Langerwehe

Textliche Festsetzungen zum Bebauungsplan E 6, 7. Änderung der Gemeinde Langerwehe (gesamter Umsiedlungsstandort)