Standort Langerwehe

Lage

Die Gemeinde Langerwehe besitzt auf Grund ihrer Lage an großräumigen Achsen von europäischer Bedeutung eine besondere Lagegunst. Die Bundesautobahnen A4 bzw. A44 leiten Verkehre aus Rotterdam bzw. Antwerpen, Paris und Brüssel nach Köln bzw. in die Metropolregion Rhein-Ruhr. Damit sind diese Verbindungen wichtige Teilstücke zwischen Osteuropa und den Häfen an der Nordsee.

 

Seit der Eröffnung der BAB-Anschlussstelle Langerwehe ist der Ort unmittelbar an diese großräumige Verkehrsachse angebunden.

Durch den Bahnhof Langerwehe ist die Gemeinde an das Schienennetz der DB angeschlossen und wird durch die jeweils stündlich verkehrenden Regionalexpress-Linien RE 1 und RE 9 angedient.

Der regionale schienengebundene öffentliche Personennahverkehr wird zusätzlich durch das Netz der Euregiobahn ergänzt.

Kurzcharakteristik

Die Gemeinde Langerwehe liegt im Übergangsbereich zwischen zwei naturräumlichen Großlandschaften.

Der nördliche Teil des Gemeindegebietes gehört zur Niederrheinischen Bucht in der naturräumlichen Haupteinheit Jülicher Börde. Dieser Teil ist durch ein flachwelliges Relief mit geringen Höhenunterschieden (überwiegend zwischen 110 und 140 m über NN) gekennzeichnet. Die hier vorkommenden, ertragreichen Lössböden führten als Folge intensiver landwirtschaftlicher Nutzung bereits in historischer Zeit zu einer Ausräumung der Landschaft. Der an das nördliche Gemeindegebiet angrenzende großflächige Braunkohletagebau hat im Weiteren maßgeblich zur Veränderung der geologischen Verhältnisse im Gemeindegebiet geführt.

 

Insgesamt ist diese Landschaft heute in ihrem geologischen Aufbau, ihrem Grundwasserhaushalt, ihrem Bodenaufbau, ihrer Biotopstruktur sowie ihrer Reliefgestaltung gegenüber dem ursprünglichen Zustand großflächig und grundsätzlich verändert.

 

Der südliche Teil des Gemeindegebietes liegt am nördlichen Rand der Großlandschaft „Eifel und Siebengebirge“ innerhalb des Hürtgenwaldes, der den Übergangsbereich zwischen Hohem Venn und Jülicher Börde bildet. Dieser Teil des Gemeindegebietes ist durch ein bewegtes Relief mit durch Taleinschnitte gegliederten Höhenrücken gekennzeichnet. Am südlichen Gemeinderand

erhebt sich der Hürtgenwald auf über 320 Meter über NN. Die tiefste Stelle des Gemeindegebietes liegt mit ca. 111 m über NN am nordwestlichen Gemeinderand nahe der Indeaue.

Als künstlich geschaffene Reliefform erhebt sich am westlichen Gemeinderand die Halde Nierchen bis zu 220 m über NN.

Geschichtlicher Ursprung

Der Ort Langerwehe ist aus den drei Ortsteilen „Rymelsberg“, „Uhlhaus“ und „Wehe“ entstanden. Die ältesten Siedlungsspuren aus der Zeit um 1000 n.Chr. (in Form von Töpferöfen und Scherbenfunden) wurden auf dem Rymelsberg gefunden, wo sich heute noch mit der alten Kirche St. Martin, das älteste Bauwerk des Ortes befindet. Diese Funde lassen bereits auf ein ausgeprägtes Töpferhandwerk schließen.

 

Vermutlich Ende des 12.Jh. / Beginn des 13.Jh. verlagerten die Töpfer ihre Werkstätten und Siedlungen weiter nach Norden. Der neue Siedlungsstandort lag direkt an der bereits aus römischer

Zeit stammenden Heeres-, Handels- und Pilgerstraße von Antwerpen nach Frankfurt, was für den Handel von großem Vorteil war. Er befand sich außerdem näher an den örtlichen Ton- und Sandvorkommen und bannte die von den Töpferöfen ständig ausgehende Brandgefahr für die alte Siedlung.

Die neue Siedlung wurde „om Uhles“ genannt, abgeleitet vom lateinischen „olla“ = Topf. Ein weiterer Siedlungsschwerpunkt entlang dieser Straße bildete sich im Bereich des Wehebaches. Dieser war landwirtschaftlich geprägt, taucht erstmals in Urkunden aus dem 14. Jh. auf und wurde „zo der Wehe“ genannt. Am östlichen Rand dieser Siedlung, wo der weiter nördlich von der Wehe abgezweigte Mühlenteich die Straße kreuzt, lagen die „Fruchtmühlen“ (Getreide und Öl), bei denen die Bauern aus der Umgebung ihr Getreide mahlen lassen konnten (Rote Mühle,

Lochmühle).

 

Während die abseits der Straße gelegene Siedlung am Rymelsberg an Bedeutung verlor, wuchsen die beiden neuen Siedlungen Uhlhaus und Wehe allmählich zu einem Dorf zusammen, das bereits in der Tranchotkarte von 1810 als durchgehendes Straßendorf erkennbar ist (siehe Abbildung 1).

Im 17. Jh. tauchte für die Ost-West verlaufende Siedlungszeile zum ersten Mal die Bezeichnung „zo der Langer Weh“ auf und im 18. Jh. wurde es dann allgemein üblich, die aneinandergereihten Ortsteile unter dem Namen „Langerwehe“ zusammenzufassen.

Die weitere Siedlungsentwicklung war geprägt von der einsetzenden Industrialisierung, dem Bau der Eisenbahnlinie (1930 Köln-Herbesthal, 1941 Ausbau bis Aachen) und dem damit verbundenen starken Bevölkerungswachstum. Langerwehe lag verkehrsgünstig zu den nahegelegenen Industriezentren Düren, Eschweiler, Stolberg und Aachen und im Ort selbst gewann die Nadelindustrie im Wehetal an Bedeutung. Unter diesem Wachstumsdruck veränderte sich die Besiedelung. Zunächst wurden entlang der Hauptstraße höhergeschossige Gebäude errichtet, die Hof- und Gartenbereiche erweitert und bebaut und die Bebauung entlang der bereits vorhandenen Seitenstraßen und Gassen verstärkt (Hausbusch- und Uhlhausgasse, Alte Kirchstraße, Luchemer Straße und Schönthaler Straße). In der ersten Hälfte des 20. Jh. wurden dann auch ganz neue Straßentrassen gezogen (z. B. Poststraße, Martinstraße) und die Besiedelung verlagerte sich erstmals weg von ihrer bislang typischen Ost-West Ausrichtung entlang der Straße hin zu einer verstärkten Tiefenausdehnung nach Norden und Süden.

 

Im Oktober 1944 entstanden durch zwei Flächenbombardements erhebliche Schäden. Der Wiederaufbau geschah jedoch in vielen Fällen auf Grundlage der alten Bausubstanz, sodass das Ortsbild, bezogen auf die Bebauungsstrukturen, in großen Teilen homogen geblieben ist.

Der Bevölkerungszuwachs ist bis heute nicht zum Stillstand gekommen, da Langerwehe aufgrund seiner nach wie vor günstigen Lage zu den umliegenden Zentren als Wohnstandort nicht an Bedeutung verloren hat.

 

Die Bevölkerungszahl der Gemeinde Langewehe liegt heute bei ca. 14.000 Einwohnern..